Welche Folgen haben Non-Compliances in unseren Exportpapieren nach Eintritt der neuen EU-Regelungen?
Finden Sie heraus, was noch zu tun ist, um nicht von der Supplierliste bei EU-Importeuren zu fliegen!
Dokumentations- & Reifegrad-Matrix: ESPR, Digitaler Produktpass (DPP) & EUDR
Bewertungs- und Dokumentationshilfe für Unternehmen im DACH-Raum zur Umsetzung der
Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR), des digitalen Produktpasses (DPP) und der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR).
Reifegrad-Scoring 1–5
Daten- & Dokumentationsmatrix
EU / EFTA – Rollen & Pflichten
Reifegradbewertung
Datenmanagement & Transparenz
ESPR · DPP · EUDR
Produktlebenszyklus-Analyse
ESPR · DPP
Lieferketten-Integration
ESPR · DPP · EUDR
Design-for-Sustainability
ESPR · Sektorale Verordnungen
Regulatorische Compliance & Governance
ESPR · DPP · EUDR · Sektorregeln
Dokumentationsdesign
Kombinierte Dokumentationsmatrix
Datenfelder & Nachweise
| Dimension | Typische Datenfelder / Dokumente | Regulatorische Zuordnung |
|---|---|---|
| Datenmanagement & Transparenz | Produktstammdaten (SKU, Modell, Version, GTIN), technische Spezifikationen (Material, Komponenten), eindeutiger DPP-Identifier, Verknüpfung zum EU-DPP-Register, Datenhaltung für EUDR-Due-Diligence-Statements (DDS-Referenzen, Lieferanten-ID), Versionierung und Änderungsprotokolle. | ESPR – Produktinformationen & DPP-Pflichten DPP – eindeutiger Produktpass EUDR – DDS-Referenz, Herkunftsdaten |
| Produktlebenszyklus-Analyse | Ökobilanz (LCA), Carbon Footprint, Energie- und Ressourceneinsatz in Produktion und Nutzung, Reparierbarkeits- und Haltbarkeitsdaten, End-of-Life-Optionen (Wiederverwendung, Recycling), Verknüpfung der LCA-Ergebnisse mit DPP-Feldern. | ESPR – Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Effizienz DPP – Lebenszyklusinformationen |
| Lieferketten-Integration | Lieferantenstammdaten und Verträge, Herkunftsinformationen (Land, Region, ggf. Geokoordinaten bei EUDR-Rohstoffen), Due-Diligence-Dokumentation (Risikoanalyse, Maßnahmen), Zoll-/Importdaten inkl. DDS-Referenzen, Traceability-Informationen auf Chargen- und Materialebene, verknüpft mit DPP. | EUDR – Entwaldungsfreie Produkte, Geolokation, DDS ESPR – Lieferkettenanforderungen DPP – Lieferketten-/Herkunftsdaten |
| Design-for-Sustainability | Designrichtlinien (Repair, Reuse, Recycling), Materialwahl (Sekundärrohstoffe, kritische Stoffe), Konformitätsbewertungen nach sektoralen Regelungen (z.B. Maschinen-, Verpackungs- und Batterienverordnung), Produktänderungsdokumentation mit Nachhaltigkeitsbezug, Anforderungskatalog, der direkt an ESPR-Kriterien gekoppelt ist. | ESPR – Eco-Design-Kriterien BatterienVO – Batteriepass VerpackungsVO – Verpackungsanforderungen MaschinenVO – Sicherheitsanforderungen |
| Regulatorische Compliance & Governance | Rollen- und Verantwortlichkeitsmatrix (ESPR/DPP/EUDR), interne Richtlinien & SOPs, Risikoregister und Maßnahmenpläne, Auditberichte (intern/extern), Schulungsnachweise, Register der relevanten Produkte/Rohstoffe (inkl. Zuordnung zu ESPR-Produktgruppen und EUDR-Commodities), Szenarien für EU/EFTA-Handel (Umgang mit EUDR-NC, Importstopps, Eskalationspfade). | ESPR – Produkt- & DPP-Compliance EUDR – Due-Diligence-System Sektorale Regelungen – spezifische Pflichten |
| Grenzüberschreitende Konstellationen (EU / EFTA) | Rollenbeschreibung (EU-Importeur, EU-Hersteller, EFTA-Exporteur, Händler), Zuordnung von Verantwortlichkeiten für EUDR-Due-Diligence und DPP-Registrierung, Prozessbeschreibung bei NC-Feststellungen (z.B. an der Grenze, Marktüberwachung), Dokumentation von Korrekturmaßnahmen (DDS-Anpassung, Lieferanten-/Chargensperren), Vereinbarungen mit EFTA-Partnern über Datenbereitstellung (Geolokationsdaten, DPP-Infos) und Zugriffsrechte. | EUDR – Pflichten von Betreibern/Importeuren ESPR/DPP – Pflichten für in der EU in Verkehr gebrachte Produkte EU/EFTA-Handel – vertragliche Absicherung |
ESPR & DPP
Fokus auf Produktanforderungen, Ressourceneffizienz und standardisierte digitale Produktinformationen im DPP
(inkl. eindeutiger Identifier und EU-Registrierung).
EUDR
Fokus auf Entwaldungsfreiheit und Herkunftsnachweise für bestimmte Rohstoffe;
erfordert strukturierte Lieferketten- und Geolokationsdaten sowie dokumentierte Due-Diligence-Prozesse.
Sektorale Verordnungen
Batterien-, Verpackungs- und Maschinenverordnung liefern spezifische Anforderungen.
Für EU/EFTA-Konstellationen ist entscheidend, dass Exporteure alle relevanten Daten (z.B. Batteriepass, Verpackungsdaten, Sicherheitsnachweise)
strukturiert an EU-Importeure liefern, um NC-Feststellungen zu vermeiden.
Rollen- & Pflichten-Matrix (EU / EFTA)
Operatoren, Importeure, Exporteure
| Rolle | Kernpflichten ESPR / DPP | Kernpflichten EUDR | Besondere Punkte bei EU/EFTA-Handel |
|---|---|---|---|
| EU-Hersteller / Inverkehrbringer | Sicherstellen, dass Produkte die ESPR-Anforderungen erfüllen, Erstellung und Pflege des DPP mit allen vorgeschriebenen Datenfeldern, Registrierung der DPP-Informationen im vorgesehenen EU-System, Bereitstellung der Produktinformationen entlang der Wertschöpfungskette. | Falls EUDR-Rohstoffe eingesetzt werden: Aufbau eines Due-Diligence-Systems, Sicherstellung der Entwaldungsfreiheit und Legalität, Dokumentation von Herkunfts- und Geolokationsdaten, Abgabe von DDS und Aufbewahrung von Nachweisen. | Kooperation mit EU-Importeuren und EFTA-Exporteuren bei Datenbereitstellung, vertragliche Regelungen zu Datenqualität, Audit-Rechten und Eskalation bei Non-Compliance. |
| EU-Importeur (Operator) | Sicherstellen, dass importierte Produkte ESPR-/DPP-Anforderungen unterliegen und entsprechend ausgestattet sind, Prüfung der Vollständigkeit der DPP-Daten, Integration in interne Systeme (z.B. PIM, Compliance). | Aufbau und Betrieb eines EUDR-Due-Diligence-Systems, Einholung und Prüfung relevanter Informationen vom EFTA-Exporteur/Hersteller, Abgabe von DDS, Aufbewahrung der Referenzen, Reaktion auf NC-Feststellungen (Sperrungen, Lieferkettenanpassungen). | Klare Prozesse für Importfreigaben und -sperren (inkl. NC-Szenarien), Vereinbarte Datenformate (DPP-Struktur, EUDR-Info-Pakete), „Supplier Enablement" für EFTA-Lieferanten zur Erfüllung der EU-Anforderungen. |
| EFTA-Exporteur (Lieferant in die EU) | Ausrichtung der Produktdaten an ESPR-/DPP-Anforderungen, Bereitstellung der für den DPP nötigen Informationen (Materialdaten, Produktstrukturen, Lebenszyklus), Nutzung kompatibler Datenmodelle zur Entlastung der EU-Importeure. | Bereitstellung aller EUDR-relevanten Informationen an EU-Operatoren (Herkunft, Geolokation, Produktionspraktiken), Unterstützung bei Risikoanalysen und Mitigationsmaßnahmen, Prozesse zur Reaktion auf Rückfragen oder NC-Feststellungen (Nachweise, Umstellung von Lieferquellen). | Vertragsgestaltung, die EUDR- und ESPR-/DPP-Anforderungen explizit adressiert, Aufbau von IT-Schnittstellen zur Datenübertragung, Bewertung von Marktrisiken bei Nichterfüllung der Anforderungen. |
| Händler / Downstream-Operatoren | Sicherstellen, dass Produkte mit DPP und relevanten ESPR-Informationen weitergegeben werden, Nutzung der DPP-Daten für Serviceleistungen (Reparatur, Rücknahme), Information der Endkund:innen über verfügbare Produktinformationen. | Weitergabe relevanter EUDR-Informationen (z.B. DDS-Referenzen) an nachgelagerte Akteure, Aufbewahrungspflichten je nach Rolle, Mitwirkung bei Rückruf- oder Sperrmaßnahmen im NC-Fall. | Interne Richtlinien zur Nutzung von DPP- und EUDR-Informationen, Schnittstellen zwischen Vertrieb, Service und Compliance, Abstimmung mit Importeuren/Herstellern über Informationsfluss bei Audits und NC. |
Empfohlener nächster Schritt für DPP-Daten
Externe Speziallösung
Für die konkrete Ausgestaltung der Datenstrukturen des Digitalen Produktpasses (inklusive
technischer Implementierung, Datenmodellierung und Schnittstellen) empfiehlt sich der Einsatz
eines spezialisierten Tools.
Nutzen Sie die hier definierte Dokumentations- und Reifegrad-Matrix als konzeptionelle Grundlage
und realisieren Sie die technische Umsetzung über folgendes Angebot:
© Erstellt durch Dr. Helmut Steigele, Winkel 6, CH-8192 Glattfelden.
Beratungs- und Vertriebsrechte für Anschlussleistungen: Pasi & Partners AG, CH-8050 Zürich.

